

Wenn wir sonntags, feiertags oder auch zwischendurch meine Oma im Mühlviertel besucht haben, gab’s immer Kuchen. Ausnahmslos. Hasenöhrl, Bauernkrapfen, Germgugelhupf, Apfelschlangerl, Nussstrudel – immer selbst gemacht und immer richtig gut. Ich habe diese Kuchen(sonn)tage – so wie meine Oma – heiß geliebt!
Einer ihrer Kuchenklassiker war der heutige Kakaokuchen, immer gebacken in der quadratischen Jenaer Glasform (die jetzt übrigens bei mir im Schrank steht). Das Rezept hatte sie in den 1960er Jahren beim charmantesten aller Fernsehköche, damals noch in schwarz-weiß, mitgeschrieben. Durch Zufall habe ich dieses Video, das meine Oma damals gesehen hat und das sie dazu veranlasst hat, das Rezept mitzuschreiben und jahrzehntelang zu backen, online entdeckt. Ich hab mir wirklich einen Haxen ausgefreut, wie man bei uns so schön sagt. Das zu sehen, was meine Oma viele Jahrzehnte zuvor inspiriert hat, herrlich.
Als meine Oma dann ins Altersheim gezogen ist, hat sie mir ihr handgeschriebenes Rezeptbuch geschenkt. Darin finden sich all ihre Kuchenklassiker, auch der Kakaokuchen. Regelmäßig backe ich etwas daraus nach, oft den Kakaokuchen – meistens schmeckt es nicht so wie bei ihr, ihr kennt das bestimmt – aber es ist dann immer ein bisschen so, als wär sie noch da.

Mein Tipp für den flaumigsten Kuchen:
Das Entscheidende bei diesem Kuchen ist, dass ihr die Eier mit dem Zucker möglichst lange rührt. Also wirklich lange, um die 10 Minuten. Nur dann – und wirklich nur dann – wird er so schön flaumig wie auf dem Foto. Außerdem entscheidend ist die Wahl des Kakaopulvers – nehmt den besten, ungezuckerten Kakao, den ihr kriegen könnt! Und weil der Kuchen durch das Kakaopulver leicht herb schmeckt, ergänzt er sich ganz hervorragend mit einer Portion Schlagobers.

Für einen Kakaokuchen braucht ihr:
eine Backform, ca. 20x20cm, mit Backpapier ausgelegt
5 Eier, getrennt
20dag Zucker
1/8l Wasser, kalt
1/8l Öl
1/2 Pkg. Backpulver
eine Prise Salz
25dag Mehl
5dag Kakaopulver, ungesüßt
- Backrohr auf 170°C vorheizen.
- Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Kurz vor Ende 3 EL vom Zucker dazurühren. Zur Seite stellen.
- Eidotter, restlichen Zucker, Wasser und Öl ca. 10 Minuten schaumig rühren (Achtung: es spritzt sehr!), dann Mehl mit Salz, Backpulver und Kakao unterrühren.
- Zum Schluß den Schnee unterheben und den Teig in die Form füllen.
- Ca. 40-60 Minuten backen (Stäbchenprobe nicht vergessen) und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
- Luftdicht verpackt hält sich der Kuchen einige Tage sehr gut!


Frohes Nachbacken – habt’s fein!

P.S.: Mehr Omakuchen gibt’s übrigens hier:



Was sind. DAG????
Hallo Sonja, dag ist die Abkürzung für eine in Österreich übliche Maßeinheit, wobei 1dag umgerechnet 10g entspricht! Liebe Grüße, Marlene
Liebe Marlene,
ich habe gerade dieses Kuchen nachgebacken. Es ist einfach köstlich: Der Teig ist luftig und federleicht. Es schmeckt sicher nicht so, wie bei Ihrer Oma, ich wollte mich trotzdem fürs Rezept bedanken.
Liebe Grüße
Éva
Liebe Eva, das freut mich sehr, lieben Dank 🙂 Herzliche Grüße, Marlene